Samstag, 19. August 2017

{Rezension} Heartware

Also lesen klappt schon wieder ganz gut. Hier ist auch gleich eine neue Empfehlung für euch. Wer mag spannende und actionreiche Geschichten und hat einen kleinen Hang zu Technik? Das ist euer Buch!








Adam Eli hat sich von seiner kriminellen Jugend losgesagt. Als Ghostwriter für Hausarbeiten verdient er nun sein Geld. Eines Tages erreicht ihn jedoch eine mysteriöse Anfrage. Er soll Willenja Curuvija finden, seine Jugendliebe. Wer ist ihr auf den Fersen und was will er von ihr? Bei seiner Suche wird er von Mariel Marigny begleitet, die im Auftrag eines mächtigen Internettycoons arbeitet. Doch sie sind offenbar nicht die Einzigen, die Willenja finden wollen.







Die Geschichte spielt nur ein paar Jahre in der Zukunft und zeigt eine gut vorstellbare Weiterentwicklung unserer technischen Gegebenheiten. Kaum etwas ist uns wirklich fremd, sodass es keine großartigen Beschreibungen braucht, um sich in diese Welt hineinzuversetzen. Auch die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse haben sich nicht wesentlich verändert.
Die Autorin hat einen für dieses Genre ungewöhnlich bildlichen Schreibstil, der mir sehr gut gefallen hat. Dadurch wurde besonders die Umgebung greifbar, was bei den vielen exotischen Orten hilfreich ist. Auch während der Action-Szenen hat sie stets das richtige Verhältnis zwischen Details und Tempo gehalten.
Das Buch steckt voller Figuren, die man nicht richtig einschätzen kann. In diesem Fall hat es das Ganze für mich jedoch erst recht spannend gemacht, weil ich unbedingt wissen wollte, wer welches Ziel verfolgt, auch wenn die vielen Parteien manchmal für ein wenig Verwirrung gesorgt haben. Das klärt sich jedoch zum Ende hin alles auf. Das Buch ist wechselweise aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, sodass man alle beteiligten Parteien verfolgen kann.
Selbst die Hauptfiguren sind lange nicht wirklich greifbar. Einzig Eli blieb so, wie ich ihn eingeschätzt hatte. Dafür ergeben sich im Gesamtgefüge Entwicklungen, die mich völlig überrascht haben. Auch das Ende ließ sich nicht vorausahnen, was für mich bei einem guten Thriller äußerst wichtig ist. Zum Höhepunkt hin steigerte sich die Spannung auch nochmal.
Die Liebe zwischen Eli und Curuvija entwickelt sich unter widrigen Bedingungen und ist vielleicht gerade deshalb so ungewöhnlich und zart. In Erinnerungen wird von der Zeit in einem chilenischen Boot Camp berichtet, die die beiden zusammengeführt hat. Doch sie verrät ihn - und trotzdem bleibt sein Herz ihr neun Jahre lang treu. Bis er sie suchen soll und dabei an Marigny gerät. Wie wird die Zukunft aussehen?
Die Liebesszenen waren an keiner Stelle kitschig, sondern von einer Tiefe und Ehrlichkeit geprägt, die die Figuren sonst zu verbergen versuchen. Dadurch wurde gleichzeitig ihre Menschlichkeit hervorgehoben. Ansonsten fehlen der Geschichte etwas die Gefühle. Wenn überhaupt, werden sie in der pragmatischen Sprache eines Außenstehenden geschildert. Mir sind alle Protagonisten etwas fremd geblieben, gleichzeitig hat mich gerade diese auktoriale Perspektive fasziniert.
Wie es der Thematik angemessen ist, wird natürlich auch Fachsprache verwendet, diese ist aber gut verständlich, wenn man grundlegende Kenntnisse im Computerbereich hat. Also wirklich sehr grundlegend. Durch die Erklärungen und komplexen Vorgänge ließ sich die Geschichte allerdings nicht ganz so schnell lesen wie andere Bücher.
Zwischendurch lässt die Autorin immer wieder philosophischere Passagen einfließen, die mich zum Nachdenken angeregt haben. Was bedeutet es, ein Mensch zu sein? Was ist Liebe? Kann man seinen Charakter ändern? Wer bereits Vorwissen im philosophisch-theologischen Bereich mitbringt, kann hier auch schön die Problematik eine Leib-Seele-Dualismus nachvollziehen. Wer jetzt nicht weiß, wovon ich rede, sollte das Buch trotzdem lesen. Hier ist für jede Interessenlage etwas neues dabei und gleichzeitig hatte zumindest ich nie das Gefühl, dass eine herausragende Vorbildung von mir erwartet wird.








Ein Buch, das auf beeindruckende Weise die Zukunft unserer technologisierten Welt mit etwas Action und einer zarten Romanze verbindet. Ein Buch, dass direkt zum Re-Read einlädt.

Dienstag, 15. August 2017

Wertvolle Zeiten

"Jetzt habe ich ja frei, dann kann ich wieder öfter bloggen und ganz viel Lesen!"
Äh ja. Hat bisher nicht so richtig funktioniert. Obwohl ich tatsächlich gerade keine Verpflichtungen habe (die Sachen für die Uni stehen ganz weit hinten an), hatte das echte Leben in letzter Zeit eindeutig Vorrang vor meinem Blog. Das ist zwar schade, weil mir mein Baby natürlich immer noch viel Spaß macht, aber in dem Fall auch irgendwie berechtigt. Lasst mich erzählen.

Wer meinen letzten Beitrag gelesen hat, weiß, dass ich eine Woche lang mit tollen Kindern unterwegs war. Danach bin ich gleich noch eine Woche bei meinen Eltern geblieben (wenn man schon mal da ist...). In der Zeit habe ich mich mit all den Freunden getroffen, die ich bei meinem Umzug vor drei Jahren zurücklassen musste. Ein Teil von ihnen startet jetzt in ein Auslandssemester, was unsere eh schon geringen Möglichkeiten uns zu treffen auf null reduziert. Da war es natürlich umso besser, diese Zeit gemeinsam zu nutzen. Es war richtig schön, all diese lieben Menschen wiederzusehen, mit denen mich so viel verbindet. Menschen, die mich schon seit gefühlten Ewigkeiten kennen und bei denen ich keinen guten Eindruck mehr machen muss.
Wieder zuhause ging es dann auf diese Weise gleich weiter. Gestern wollte ich dann wirklich einen Beitrag schreiben, aber zuerst war ich zum arbeiten verabredet. (Falls ihr Cashews mögt, dann kann ich euch diese hier wärmstens empfehlen!) Daraus ergab sich dann, dass mein Freund und ich den ganzen Tag dort verbracht haben und erst spät wieder heimgefahren sind. Ich bin dort auf Menschen getroffen, die mir völlig unvoreingenommen gegenüber getreten sind und bei denen ich nicht das Gefühl hatte, mich anstrengen zu müssen, um gemocht zu werden.

Ich versuche ja schon länger, mich mehr mit Menschen zu umgeben, die mir guttun - und weniger mit solchen, die mich auslaugen oder bei denen ich mich beweisen muss. Meine Zeit ist zu kostbar, um sie an diejenigen zu verschwenden, die es nicht zu schätzen wissen. Ich bin sehr dankbar dafür, in den letzten Tagen so viele großartige Menschen getroffen zu haben, mit denen ich mich einfach wohlfühlen konnte. Ich weiß, sie sind selten, aber solange ich mich auf unerwartete Gelegenheiten einlasse, entdecke ich immer mehr von ihnen. Sie machen mein Leben reicher.

Montag, 7. August 2017

{Behind the Screens} Einmal Selbstvertrauen zum Mitnehmen, bitte!

Diesmal bin ich etwas verspätet, weil ich in den letzten Tagen viel Schlaf nachholen musste. Aber die Organisatoren scheinen auch nicht pünktlicher zu sein.


1. Wie war deine Woche?
Ich hatte ja letzten Sonntag schon erzählt, dass ich eine Kinderfreizeit betreue. Wie schon in den letzten Jahren hat es super viel Spaß gemacht. Es ist einfach großartig, die Kinder den ganzen Tag um sich zu haben, mit ihnen zu spielen und zu arbeiten. Manche begleitet man über Jahre hinweg und sieht sie langsam groß werden. Auch unsere thematischen Einheiten kamen an und obwohl wir im Hintergrund ziemlich wirbeln mussten, hat am Ende alles gut funktioniert. Wir hatten auch schönes Wetter, sodass wir viel draußen sein konnten. Unser Haus war direkt am Kurpark, wo wir im Kneippbecken die Füße kühlen und auf der Wiese ein Renn- und Fangspiel spielen konnten. Sogar die Verletzungen hielten sich in Grenzen. Nur Schlafen und Essen muss in so einer Woche hintenan stehen. Aber das ist zu verschmerzen. Dafür nehme ich wunderbare Erinnerungen mit, von Kindern, die mich ohne Grund umarmen, mit mir lachen und mir so viele kleine Glücksmomente geschenkt haben.
Dementsprechend fertig war ich in den letzten Tagen und bin auch noch nicht so viel zum Lesen gekommen. Das wird sich jetzt aber wieder ändern.

2. Hast du schon einmal das Ende eines Buchs zuerst gelesen?
Nein, das habe ich tatsächlich noch nicht gemacht. Ich habe aber einmal das Ende eines Buches gelesen, obwohl ich noch nicht so weit war. Es geht um den vierten Teil von Eragon, den ich richtig langweilig fand und abgebrochen habe. Weil ich aber trotzdem wissen wollte, wie die Reihe ausgeht, habe ich dann noch die letzten paar Seiten gelesen.

3. Was war dein Wochenhighlight?
Es ist so schwer, sich auf ein Highlight zu beschränken. Es würde zu lange dauern, all die Momente aufzuzählen, in denen ich mich in meinem Tun bestätigt gefühlt habe. Vielleicht ist das Highlight dieser Woche einfach die neu gewonnene Gewissheit, dass mein Berufswunsch genau richtig und passend für mich ist.

Mittwoch, 2. August 2017

{Leseliste} August

Da ich jetzt sehr viel frei habe, habe ich mich mal wieder an ein paar mehr Prints gewagt. Daneben natürlich auch eBooks für die Zeit, in der ich unterwegs bin. Wie schon angekündigt, werde ich "Amnesia" noch eine zweite Chance geben.
Kennt ihr eines dieser Bücher und könnt es mir vielleicht empfehlen?


Kerstin Ruhkieck - Forbidden Touch - Band 2&3
Lauren Oliver - delirium
Jutta Maria Herrmann - Amnesia
Jenny-Mai Nuyen - Heartware
Simona Ahrnstedt - Alles oder nichts
Anne Darling - Der kleine Laden der einsamen Herzen
Lily Oliver - Die Tage, die ich dir verspreche

Ich bin gespannt, wie viel ich davon schaffe. Hoffentlich ändert sich nicht wieder so plötzlich mein Geschmack, sodass ich völlig andere Bücher lesen muss. Aber von den meisten ausgewählten habe ich schon gehört, dass sie gut sein sollen, und das motiviert mich.

Sonntag, 30. Juli 2017

{Behind the Screens} Nach den Prüfungen beginnt der Sommer

Es ist mal wieder Zeit für einen Einblick in meinen Alltag. Wobei, jetzt ist ja erstmal Sommer, also raus aus der Routine!
Weitere Infos zur Aktion findet ihr bei BookWalk.


Wie war deine Woche?
Dienstag und Donnerstag standen meine Prüfungen an, beide mündlich. Ich habe mir mal wieder zu viel Stress gemacht, aber ich werde unruhig, wenn ich nicht das Gefühl habe, perfekt vorbereitet zu sein. Letztlich brauchte man nur einen Bruchteil seines Fachwissens und gute Argumente für seine Meinung. Damit waren beide Prüfungen entspannt zu bestehen.
Nachdem das dominierende Element meiner letzten Wochen nun wegfällt, kann ich mir endlich wieder Gedanken über andere Dinge machen. Ich müsste zum Beispiel dringend mal meinen Kleiderschrank aussortieren...
Für mich sind nun erstmal Ferien. Ich bin inzwischen bei meiner Familie, die mich auch schon länger nicht mehr gesehen hat. Heute startet eine Kinderfreizeit, bei der ich als ehrenamtlicher Betreuer mitarbeite. Ich freue mich einfach riesig, dass es in diesem Jahr wieder geklappt hat. Diese Woche ist immer eines meiner Jahreshighlights. In ein paar Jahren kann ich solche Fahrten hoffentlich auch beruflich machen. Gestern habe ich noch die letzten Dinge dafür vorbereitet. Wahrscheinlich geht wieder irgendwas schief, aber dann muss man eben improvisieren. Nach all den Jahren bin ich mittlerweile gut im spontanen Problemlösen. Irgendwas ist ja immer.

Hast du einen liebsten Leseplatz im Sommer und wenn ja, wie sieht der aus?
Am häufigsten lese ich im Bett. Dort halte ich mich sowieso die meiste Zeit auf, wenn ich zu Hause bin. Es ist zu jeder Tageszeit gemütlich und ich habe dort die Möglichkeit, häufiger meine Sitzposition zu ändern. Stillsitzen finde ich anstrengend.


Im Sommer mag ich es aber auch, nach draußen zu gehen. Einfach neben dem Fluss ins Gras hocken und bei Wasserrauschen und Grashüpferzirpen entspannen.

Was war dein Wochenhighlight?
Das Gefühl nach der letzten Prüfung. Rauszukommen, mit Freude über die eigene gute Leistung im Bauch, und zu wissen, dass man jetzt von allen Verpflichtungen befreit ist. Natürlich auch nur begrenzt, aber das ist in dem Moment erstmal egal. Es ist der Geschmack von Freiheit, wenn der Druck, der einen so lange gebremst hat, endlich abfällt.