Samstag, 19. August 2017

{Rezension} Heartware

Also lesen klappt schon wieder ganz gut. Hier ist auch gleich eine neue Empfehlung für euch. Wer mag spannende und actionreiche Geschichten und hat einen kleinen Hang zu Technik? Das ist euer Buch!








Adam Eli hat sich von seiner kriminellen Jugend losgesagt. Als Ghostwriter für Hausarbeiten verdient er nun sein Geld. Eines Tages erreicht ihn jedoch eine mysteriöse Anfrage. Er soll Willenja Curuvija finden, seine Jugendliebe. Wer ist ihr auf den Fersen und was will er von ihr? Bei seiner Suche wird er von Mariel Marigny begleitet, die im Auftrag eines mächtigen Internettycoons arbeitet. Doch sie sind offenbar nicht die Einzigen, die Willenja finden wollen.







Die Geschichte spielt nur ein paar Jahre in der Zukunft und zeigt eine gut vorstellbare Weiterentwicklung unserer technischen Gegebenheiten. Kaum etwas ist uns wirklich fremd, sodass es keine großartigen Beschreibungen braucht, um sich in diese Welt hineinzuversetzen. Auch die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse haben sich nicht wesentlich verändert.
Die Autorin hat einen für dieses Genre ungewöhnlich bildlichen Schreibstil, der mir sehr gut gefallen hat. Dadurch wurde besonders die Umgebung greifbar, was bei den vielen exotischen Orten hilfreich ist. Auch während der Action-Szenen hat sie stets das richtige Verhältnis zwischen Details und Tempo gehalten.
Das Buch steckt voller Figuren, die man nicht richtig einschätzen kann. In diesem Fall hat es das Ganze für mich jedoch erst recht spannend gemacht, weil ich unbedingt wissen wollte, wer welches Ziel verfolgt, auch wenn die vielen Parteien manchmal für ein wenig Verwirrung gesorgt haben. Das klärt sich jedoch zum Ende hin alles auf. Das Buch ist wechselweise aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, sodass man alle beteiligten Parteien verfolgen kann.
Selbst die Hauptfiguren sind lange nicht wirklich greifbar. Einzig Eli blieb so, wie ich ihn eingeschätzt hatte. Dafür ergeben sich im Gesamtgefüge Entwicklungen, die mich völlig überrascht haben. Auch das Ende ließ sich nicht vorausahnen, was für mich bei einem guten Thriller äußerst wichtig ist. Zum Höhepunkt hin steigerte sich die Spannung auch nochmal.
Die Liebe zwischen Eli und Curuvija entwickelt sich unter widrigen Bedingungen und ist vielleicht gerade deshalb so ungewöhnlich und zart. In Erinnerungen wird von der Zeit in einem chilenischen Boot Camp berichtet, die die beiden zusammengeführt hat. Doch sie verrät ihn - und trotzdem bleibt sein Herz ihr neun Jahre lang treu. Bis er sie suchen soll und dabei an Marigny gerät. Wie wird die Zukunft aussehen?
Die Liebesszenen waren an keiner Stelle kitschig, sondern von einer Tiefe und Ehrlichkeit geprägt, die die Figuren sonst zu verbergen versuchen. Dadurch wurde gleichzeitig ihre Menschlichkeit hervorgehoben. Ansonsten fehlen der Geschichte etwas die Gefühle. Wenn überhaupt, werden sie in der pragmatischen Sprache eines Außenstehenden geschildert. Mir sind alle Protagonisten etwas fremd geblieben, gleichzeitig hat mich gerade diese auktoriale Perspektive fasziniert.
Wie es der Thematik angemessen ist, wird natürlich auch Fachsprache verwendet, diese ist aber gut verständlich, wenn man grundlegende Kenntnisse im Computerbereich hat. Also wirklich sehr grundlegend. Durch die Erklärungen und komplexen Vorgänge ließ sich die Geschichte allerdings nicht ganz so schnell lesen wie andere Bücher.
Zwischendurch lässt die Autorin immer wieder philosophischere Passagen einfließen, die mich zum Nachdenken angeregt haben. Was bedeutet es, ein Mensch zu sein? Was ist Liebe? Kann man seinen Charakter ändern? Wer bereits Vorwissen im philosophisch-theologischen Bereich mitbringt, kann hier auch schön die Problematik eine Leib-Seele-Dualismus nachvollziehen. Wer jetzt nicht weiß, wovon ich rede, sollte das Buch trotzdem lesen. Hier ist für jede Interessenlage etwas neues dabei und gleichzeitig hatte zumindest ich nie das Gefühl, dass eine herausragende Vorbildung von mir erwartet wird.








Ein Buch, das auf beeindruckende Weise die Zukunft unserer technologisierten Welt mit etwas Action und einer zarten Romanze verbindet. Ein Buch, dass direkt zum Re-Read einlädt.

Dienstag, 15. August 2017

Wertvolle Zeiten

"Jetzt habe ich ja frei, dann kann ich wieder öfter bloggen und ganz viel Lesen!"
Äh ja. Hat bisher nicht so richtig funktioniert. Obwohl ich tatsächlich gerade keine Verpflichtungen habe (die Sachen für die Uni stehen ganz weit hinten an), hatte das echte Leben in letzter Zeit eindeutig Vorrang vor meinem Blog. Das ist zwar schade, weil mir mein Baby natürlich immer noch viel Spaß macht, aber in dem Fall auch irgendwie berechtigt. Lasst mich erzählen.

Wer meinen letzten Beitrag gelesen hat, weiß, dass ich eine Woche lang mit tollen Kindern unterwegs war. Danach bin ich gleich noch eine Woche bei meinen Eltern geblieben (wenn man schon mal da ist...). In der Zeit habe ich mich mit all den Freunden getroffen, die ich bei meinem Umzug vor drei Jahren zurücklassen musste. Ein Teil von ihnen startet jetzt in ein Auslandssemester, was unsere eh schon geringen Möglichkeiten uns zu treffen auf null reduziert. Da war es natürlich umso besser, diese Zeit gemeinsam zu nutzen. Es war richtig schön, all diese lieben Menschen wiederzusehen, mit denen mich so viel verbindet. Menschen, die mich schon seit gefühlten Ewigkeiten kennen und bei denen ich keinen guten Eindruck mehr machen muss.
Wieder zuhause ging es dann auf diese Weise gleich weiter. Gestern wollte ich dann wirklich einen Beitrag schreiben, aber zuerst war ich zum arbeiten verabredet. (Falls ihr Cashews mögt, dann kann ich euch diese hier wärmstens empfehlen!) Daraus ergab sich dann, dass mein Freund und ich den ganzen Tag dort verbracht haben und erst spät wieder heimgefahren sind. Ich bin dort auf Menschen getroffen, die mir völlig unvoreingenommen gegenüber getreten sind und bei denen ich nicht das Gefühl hatte, mich anstrengen zu müssen, um gemocht zu werden.

Ich versuche ja schon länger, mich mehr mit Menschen zu umgeben, die mir guttun - und weniger mit solchen, die mich auslaugen oder bei denen ich mich beweisen muss. Meine Zeit ist zu kostbar, um sie an diejenigen zu verschwenden, die es nicht zu schätzen wissen. Ich bin sehr dankbar dafür, in den letzten Tagen so viele großartige Menschen getroffen zu haben, mit denen ich mich einfach wohlfühlen konnte. Ich weiß, sie sind selten, aber solange ich mich auf unerwartete Gelegenheiten einlasse, entdecke ich immer mehr von ihnen. Sie machen mein Leben reicher.

Montag, 7. August 2017

{Behind the Screens} Einmal Selbstvertrauen zum Mitnehmen, bitte!

Diesmal bin ich etwas verspätet, weil ich in den letzten Tagen viel Schlaf nachholen musste. Aber die Organisatoren scheinen auch nicht pünktlicher zu sein.


1. Wie war deine Woche?
Ich hatte ja letzten Sonntag schon erzählt, dass ich eine Kinderfreizeit betreue. Wie schon in den letzten Jahren hat es super viel Spaß gemacht. Es ist einfach großartig, die Kinder den ganzen Tag um sich zu haben, mit ihnen zu spielen und zu arbeiten. Manche begleitet man über Jahre hinweg und sieht sie langsam groß werden. Auch unsere thematischen Einheiten kamen an und obwohl wir im Hintergrund ziemlich wirbeln mussten, hat am Ende alles gut funktioniert. Wir hatten auch schönes Wetter, sodass wir viel draußen sein konnten. Unser Haus war direkt am Kurpark, wo wir im Kneippbecken die Füße kühlen und auf der Wiese ein Renn- und Fangspiel spielen konnten. Sogar die Verletzungen hielten sich in Grenzen. Nur Schlafen und Essen muss in so einer Woche hintenan stehen. Aber das ist zu verschmerzen. Dafür nehme ich wunderbare Erinnerungen mit, von Kindern, die mich ohne Grund umarmen, mit mir lachen und mir so viele kleine Glücksmomente geschenkt haben.
Dementsprechend fertig war ich in den letzten Tagen und bin auch noch nicht so viel zum Lesen gekommen. Das wird sich jetzt aber wieder ändern.

2. Hast du schon einmal das Ende eines Buchs zuerst gelesen?
Nein, das habe ich tatsächlich noch nicht gemacht. Ich habe aber einmal das Ende eines Buches gelesen, obwohl ich noch nicht so weit war. Es geht um den vierten Teil von Eragon, den ich richtig langweilig fand und abgebrochen habe. Weil ich aber trotzdem wissen wollte, wie die Reihe ausgeht, habe ich dann noch die letzten paar Seiten gelesen.

3. Was war dein Wochenhighlight?
Es ist so schwer, sich auf ein Highlight zu beschränken. Es würde zu lange dauern, all die Momente aufzuzählen, in denen ich mich in meinem Tun bestätigt gefühlt habe. Vielleicht ist das Highlight dieser Woche einfach die neu gewonnene Gewissheit, dass mein Berufswunsch genau richtig und passend für mich ist.

Mittwoch, 2. August 2017

{Leseliste} August

Da ich jetzt sehr viel frei habe, habe ich mich mal wieder an ein paar mehr Prints gewagt. Daneben natürlich auch eBooks für die Zeit, in der ich unterwegs bin. Wie schon angekündigt, werde ich "Amnesia" noch eine zweite Chance geben.
Kennt ihr eines dieser Bücher und könnt es mir vielleicht empfehlen?


Kerstin Ruhkieck - Forbidden Touch - Band 2&3
Lauren Oliver - delirium
Jutta Maria Herrmann - Amnesia
Jenny-Mai Nuyen - Heartware
Simona Ahrnstedt - Alles oder nichts
Anne Darling - Der kleine Laden der einsamen Herzen
Lily Oliver - Die Tage, die ich dir verspreche

Ich bin gespannt, wie viel ich davon schaffe. Hoffentlich ändert sich nicht wieder so plötzlich mein Geschmack, sodass ich völlig andere Bücher lesen muss. Aber von den meisten ausgewählten habe ich schon gehört, dass sie gut sein sollen, und das motiviert mich.

Sonntag, 30. Juli 2017

{Behind the Screens} Nach den Prüfungen beginnt der Sommer

Es ist mal wieder Zeit für einen Einblick in meinen Alltag. Wobei, jetzt ist ja erstmal Sommer, also raus aus der Routine!
Weitere Infos zur Aktion findet ihr bei BookWalk.


Wie war deine Woche?
Dienstag und Donnerstag standen meine Prüfungen an, beide mündlich. Ich habe mir mal wieder zu viel Stress gemacht, aber ich werde unruhig, wenn ich nicht das Gefühl habe, perfekt vorbereitet zu sein. Letztlich brauchte man nur einen Bruchteil seines Fachwissens und gute Argumente für seine Meinung. Damit waren beide Prüfungen entspannt zu bestehen.
Nachdem das dominierende Element meiner letzten Wochen nun wegfällt, kann ich mir endlich wieder Gedanken über andere Dinge machen. Ich müsste zum Beispiel dringend mal meinen Kleiderschrank aussortieren...
Für mich sind nun erstmal Ferien. Ich bin inzwischen bei meiner Familie, die mich auch schon länger nicht mehr gesehen hat. Heute startet eine Kinderfreizeit, bei der ich als ehrenamtlicher Betreuer mitarbeite. Ich freue mich einfach riesig, dass es in diesem Jahr wieder geklappt hat. Diese Woche ist immer eines meiner Jahreshighlights. In ein paar Jahren kann ich solche Fahrten hoffentlich auch beruflich machen. Gestern habe ich noch die letzten Dinge dafür vorbereitet. Wahrscheinlich geht wieder irgendwas schief, aber dann muss man eben improvisieren. Nach all den Jahren bin ich mittlerweile gut im spontanen Problemlösen. Irgendwas ist ja immer.

Hast du einen liebsten Leseplatz im Sommer und wenn ja, wie sieht der aus?
Am häufigsten lese ich im Bett. Dort halte ich mich sowieso die meiste Zeit auf, wenn ich zu Hause bin. Es ist zu jeder Tageszeit gemütlich und ich habe dort die Möglichkeit, häufiger meine Sitzposition zu ändern. Stillsitzen finde ich anstrengend.


Im Sommer mag ich es aber auch, nach draußen zu gehen. Einfach neben dem Fluss ins Gras hocken und bei Wasserrauschen und Grashüpferzirpen entspannen.

Was war dein Wochenhighlight?
Das Gefühl nach der letzten Prüfung. Rauszukommen, mit Freude über die eigene gute Leistung im Bauch, und zu wissen, dass man jetzt von allen Verpflichtungen befreit ist. Natürlich auch nur begrenzt, aber das ist in dem Moment erstmal egal. Es ist der Geschmack von Freiheit, wenn der Druck, der einen so lange gebremst hat, endlich abfällt.

Donnerstag, 27. Juli 2017

{Gelesen} Juli

Diesmal schon bevor der Monat wirklich zu Ende ist, aber ihr sollt ja endlich mal wieder was von mir hören.

Der ganze Stress rund um die Prüfungen hat mir meinen Plan ziemlich über den Haufen geworfen. Ich musste ein paar leichtere Geschichten einschieben, um überhaupt was zu lesen. "Amnesia" von Jutta Maria Herrmann musste ich unterbrechen und werde es demnächst nochmal versuchen. Die Geschichte fing eigentlich gut an, aber ich habe mich einfach mit der Komplexität schwer getan, wo doch mein Gehirn schon so gequält war.

Aus diesem Stapel ...

Mechthild Gläser - Die Buchspringer
Yrsa Sigurdardottir - Todesschiff
Lily Oliver - Die Tage, die ich dir verspreche
Jutta Maria Herrmann - Amnesia
Caragh O'Brien - Die Stadt der verschwundenen Kinder
Kerstin Ruhkieck - Forbidden Touch - Band 1

... ist das hier geworden:

Mechthild Gläser - Die Buchspringer
Tara Sivec - Love me, Idiot!
Kerstin Ruhkieck - Forbidden Touch - Band 1
Virna DePaul - Mit dem falschen Bruder im Bett
Caragh O'Brien - Die Stadt der verschwundenen Kinder
Stefanie Hasse - Fortunas Vermächtnis (eShort zu "Schicksalsbringer")

Da waren einige wirklich gute Bücher dabei, sodass es mir schwer fällt, mich auf eines festzulegen. Dafür war keines richtig schlecht.


Ashley Little - Niagara Motel
Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Es ist stellenweise etwas skurril, aber der Einblick in eine Welt, die oft nicht vorkommt, hat mich berührt und zum Nachdenken gebracht.



Caragh O'Brien - Die Stadt der verschwundenen Kinder
Die Geschichte konnte mich leider nicht fesseln. Zu viele offene Fragen und es war oft schwer, mir die Welt vorzustellen.

Sonntag, 16. Juli 2017

{Behind the Screens} Von stressigen Tagen, guten Büchern und lieben Menschen

Wieder ist eine Woche vorbei. Viel zu schnell rast die Zeit gerade an mir vorbei, aber ich versuche trotzdem ab und zu zu bloggen. Wenn ihr mehr zur Aktion wissen wollt oder Interesse an den Beiträgen der anderen habt, dann schaut bei BookWalk vorbei.


Wie war deine Woche?
Eindeutig zu kurz. Jetzt ist es bloß noch etwas mehr als eine Woche bis zu meinen Prüfungen und ich weiß nicht, wie ich den ganzen Stoff bis dahin noch lernen soll. Irgendwie komme ich zur Zeit zu nichts und hab gleichzeitig wahnsinnig viel zu tun. Keine gute Kombi, aber das Ende ist in Sicht.
Diese Woche musste ich auch mehr als sonst arbeiten. Gleich zwei Veranstaltungen kamen zu meinen regulären Schichten dazu. Obwohl beides Spaß gemacht hat, ist es auch wieder Zeit, die mir für andere Dinge fehlt. Aber das kennt sicher jeder.
Dafür steht die Planung der vorlesungsfreien Zeit jetzt fast komplett und auch dem nächsten Semester sehe ich immer zuversichtlicher entgegen. Es werden wohl einige Veränderungen auf mich zukommen, aber das ist okay, weil ich alles so gewollt und initiiert habe.

Hast du eine aktuelle Urlaubslektüre bzw. eine uneingeschränkte Empfehlung für jeden Sommerurlaub?
Was immer geht, sind die Bücher von Petra Hülsmann. Sommerlich leichte und unterhaltsame Liebesgeschichten ohne viel Kitsch.
Ansonsten kann ich jedem nur "Das Lavendelzimmer" von Nina George empfehlen. In diesem Buch begibt sich ein Buchliebhaber auf eine gewagte Reise, um noch einmal seine große Liebe zu sehen. Das Buch konnte mich tief berühren und gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten.

Was war dein Wochenhighlight?
Da ist zuerst der Kuchenbasar zu nennen, den mein Quidditchteam an der Uni veranstaltet hat. Einer der wenigen Momente in der letzten Woche, in dem ich alle Anforderungen ausblenden konnte und einfach so gemocht wurde, wie ich bin. Lag sicher weniger am Kuchen als an den wunderbaren Menschen.
Außerdem hatte ich gestern endlich mal wieder einen Abend nur mit meinem Freund, der wie immer sehr schön war.

Freitag, 14. Juli 2017

{Rezension} Niagara Motel








Tucker ist 11. Seine Mutter Gina ist Stripperin. Sie ziehen oft um und leben meist in Motels. Bis Gina einen Unfall hat und im Krankenhaus bleiben muss. Tucker kommt in ein Heim für Jugendliche. Dort lernt er Meredith kennen. Sie ist 16 und schwanger. Da Gina krank ist und vielleicht stirbt, will Tucker nun seinen Vater finden. Gemeinsam mit Meredith macht er sich auf den Weg in die USA.







Tucker war zwar noch nie im Urlaub, hat aber schon mehr von seinem Land gesehen als die meisten Gleichaltrigen. Mit seiner Mutter Gina reist er quer durch Kanada. So kommen sie am Anfang der Geschichte im Niagara Motel an. Gina lässt ihren Sohn dort zurück, um sich einen Job zu besorgen. So erfahren wir gleich, wie Tucker seine Freizeit gestaltet, denn er ist oft allein. Diesmal kommt Gina allerdings nicht zurück. Tucker macht sich auf die Suche und findet sie im Krankenhaus, wo sie nach einem Unfall gelandet ist. Er macht sich Sorgen, dass sie sterben könnte. Da er nicht die nächsten sieben Jahre im Heim verbringen will, hält er es für notwendig, seinen Vater zu finden. Gina hat kaum was von ihm erzählt und so glaubt er nun, es wäre Sam Malone, Held einer amerikanischen Fernsehserie. Das erscheint ihm völlig plausibel, wo doch sogar ihr eigener Nachname Malone ist.
Gina spielt selbst kaum eine Rolle, man erfährt eigentlich nur aus Tuckers Erinnerungen etwas über sie. Ich konnte schlecht einschätzen, ob sie gern Stripperin ist oder einfach keine andere Perspektive sieht. Ihr Umgang mit Tucker ist liebevoll, aber für meinen Geschmack zu wenig fürsorglich. Gina hat außerdem Narkolepsie (sie schläft ohne Grund plötzlich ein) und Kataplexie (sie kann ihre Muskeln plötzlich nicht mehr bewegen, bekommt aber alles mit). Diese Krankheiten spielen immer wieder eine Rolle und sind für Tucker völlig normal.
Tucker erzählt seine Geschichte, als würde er sie seinem besten Freund schildern. Die Logik eines 11-Jährigen erscheint für Erwachsene manchmal seltsam, aber aus seiner Sicht war alles plausibel. Ich fand Tucker sehr authentisch und konnte mich gut in ihn hineinversetzen. Es ist ein nüchterner Erzählstil, der nichts unnötig dramatisiert und gleichzeitig deutlich macht, dass ein Kind manche Dinge noch ganz anders wahrnimmt und beurteilt. Man merkt aber auch, dass Tucker für sein Alter schon sehr reif ist, weil er einfach unheimlich viele Dinge allein bewältigen muss.
Meredith lebt in dem Jugendheim, in das auch Tucker kommt. Sie arbeitet heimlich als Prostituierte, aber Tucker durchschaut sie durch seine Vorerfahrungen sofort. Die beiden freunden sich an und sie erzählt ihm, dass sie durch eine Vergewaltigung schwanger ist. Der traumatische Aspekt dessen wird allerdings kaum aufgegriffen, es geht lediglich darum, dass dieses Kind nun abgetrieben werden soll. In letzter Minute entscheidet sich Meredith allerdings doch noch um.
Tucker beschließt, seinen Vater in den USA zu suchen, und Meredith will ihn dabei unterstützen, auch wenn ihr selbst schon klar ist, dass es sich um eine fiktive Figur aus einer Serie handelt. Die Reise schweißt die  beiden zusammen, stellt sie aber auch vor große Herausforderungen. Ihr Auto gibt schon bald auf und sie müssen trampen. Dabei treffen sie die verschiedensten Menschen. Hier fand ich es sehr angenehm, dass nie ein Urteil gefällt wird. Stattdessen findet einfach eine Beschreibung desjenigen und meist auch eine Unterhaltung statt, die durch den sachlichen Stil unterstützt werden. Einige Personen spielen auch im weiteren Verlauf nochmal eine Rolle, andere tauchen nur kurz auf.
Die Handlung ist etwas skurril und abenteuerlich, aber sie passt auch zu den Charakteren. Hier hat auch die ruhige Schilderung geholfen, dass es nicht ganz so fiktiv gewirkt hat. Tucker und Meredith müssen einiges durchmachen auf ihrer Reise. Hier nimmt die Autorin kein Blatt vor den Mund und ich frage mich, ob die Erlebnisse nicht später doch noch Auswirkungen auf deren Psyche haben werden. Im Buch scheint es so, als könnten sie alles locker wegstecken, solange sie sich gegenseitig haben.








Eine lesenswerte Geschichte, die nachdenklich macht, aber auch staunen lässt, wie selbstverständlich für einen kleinen Jungen all das sein kann, was wir unnormal finden.

Sonntag, 9. Juli 2017

{Behind The Screens} Must-Reads, ein Sommerfest und Quidditch europaweit

Ich bin beim Blogstöbern auf eine wöchentliche Aktion gestoßen, die ich heute gerne ausprobieren möchte. Da ich auf die Einblicke in mein Alltagsleben bisher immer positive Rückmeldungen bekommen habe, könnte das mit dieser Aktion nun regelmäßig passieren.
Es handelt sich um "Behind The Screens" von BookWalk und Stehlblüten. Genauere Infos dazu gibt es auf ihren Blogs.


Wie war deine Woche?
Eigentlich ziemlich gut. Ich habe zwar nicht wie geplant mit dem Lernen angefangen, aber ich habe auch noch zwei Wochen bis zu den Prüfungen. Das sollte machbar sein. Dafür habe ich endlich wieder mehr gelesen und auch wieder gebloggt, was mich beides echt glücklich gemacht hat. Dieses Wochenende war außerdem das Sommerfest meines Wohnheims. Das bedeutet, dass der gestrige Abend mit Grillen, Musik, Tanz und Geselligkeit bis in die Nacht hinein gefüllt war. Bei dem Wetter genau das richtige.

Welches Buch muss du auf jeden Fall bis Ende 2017 gelesen haben?
Das ist schwierig zu beantworten. Einige meiner Must-Reads sind ja noch gar nicht erschienen und ich habe auch ein paar Rezensionsexemplare angefragt, die ich dann natürlich lesen muss. Von denen, die hier stehen, sind es aber wahrscheinlich "Alles oder nichts" von Simona Ahrnstedt und "Caraval" von Stephanie Garber. Könnte durchaus daran liegen, dass ich die beiden jedes Mal als erstes sehe, wenn ich morgens die Augen aufschlage. Ja, mein Bücherregal steht direkt vor dem Bett. 

Was war dein Wochenhighlight?
Das oben erwähnte Sommerfest war auf jeden Fall eines! Zusätzlich finden dieses Wochenende auch die IQA European Games statt (Europameisterschaft im Quidditch). Dank Liveticker meines wundervollen Teams konnte ich ein bisschen dabei sein. Deutschland spielt im Moment um Platz 5 und um 18:00 Uhr startet das Finale zwischen Frankreich und Großbritannien. Fall jemand gucken will, gibt es hier einen Livestream. Alle Ergebnisse gibt es in den offiziellen Tabellen.

Wie war eure Woche und welches Buch müsst ihr dieses Jahr unbedingt noch lesen? 

Freitag, 7. Juli 2017

{Rezension} Anfang 40, Ende offen


An Veras 46. Geburtstag soll endlich ihre Scheidung von Noch-Ehemann Sven stattfinden. Er hat sie betrogen und lebt jetzt mit seiner jüngeren Freundin zusammen. Doch der Termin platzt. Jetzt bleibt Vera nur noch die Reise nach Feuerland mit ihren besten Freundinnen. Dann, wenn ihre Tochter Greta nach dem Abitur endlich ausgezogen ist. Doch die will nicht. Und dann verliebt sich Vera ausgerechnet in den eigentlich viel zu jungen Referendar Paul. Ob das gut gehen kann?

Das Buch war sehr unterhaltsam geschrieben und verschweigt auch die kleinen Peinlichkeiten nicht, die sicher jeder schon mal erlebt hat. Dadurch wurden die Figuren sehr authentisch und ich konnte mich gut in ihre Lage hineinversetzen.
Bei ihrem Kampf für die ersehnte Freiheit kam mir Vera manchmal ein wenig zu bockig und kindisch vor. Auf der anderen Seite zeigt sie, dass auch Erwachsene nicht immer so erwachsen sind, wie man das in jungen Jahren annimmt.
Die Charaktere waren mit klaren Eigenschaften ausgestattet. So konnte man sie von Anfang an gut unterscheiden. Da sie gewissermaßen Stereotypen darstellten, hatte ich beim Lesen oft bestimmte Personen aus meinem Bekanntenkreis vor Augen. Allerdings lassen solche strikt abgegrenzten Charaktere kaum Entwicklung zu. Einzig die Hauptfigur Vera blieb von festen Vorgaben verschont und konnte so im Laufe der Geschichte dazulernen. Sven macht eine Kehrtwende, die mir übertrieben und damit unrealistisch erschien.
Zu den großen Hauptdarstellern kommen noch eine Reihe von kleineren Nebenrollen, die zwar nicht so genau ausgearbeitet waren, aber dafür auf den ersten Blick schon liebenswert. Sie konnten die Geschichte bereichern und die ein oder andere interessante Offenbarung bieten.
Leider konnte man als Leser nicht auf Feuerland dabei sein, obwohl gerade am Anfang des Buches so viel davon gesprochen wird. Nach all der Vorfreude hätte ich mir hier noch einen ausführlicheren Reisebericht gewünscht, aber vielleicht würde das auch den Rahmen sprengen. Die Geschichte wurde ja eh schon ziemlich ausufernd erzählt.
Die Probleme, die Vera in ihrer noch frischen Beziehung mit Paul hat, wurden gut rübergebracht und ich konnte viele Punkte aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Die Liebesgeschichte ist lebensecht und alltagsnah. Dennoch hat mich ein bisschen gestört, dass es so viel hin und her gab. Vera fällt es echt schwer, Entscheidungen zu treffen, zu denen sie dann auch steht. Oft kam ein klares Ja oder Nein eigentlich zu spät, aber Paul ist so geduldig, dass er auch das in Kauf nimmt. Manchmal war er dabei zu sanft.
Sven hat mich zwischendurch richtig genervt, weil er die Scheidung dauernd hinauszögert und nebenbei versucht, Vera wieder zurück zu gewinnen. Dabei hat er ja eine neue Freundin, für die er seine Frau damals verlassen hat. Nur ist ihm die plötzlich nicht mehr gut genug. Manchmal wollte ich den Kerl einfach aus dem Buch ziehen und schütteln, aber Vera ist ja genauso an seinem Verhalten verzweifelt.
Letztlich geht es immer wieder um die Frage, was man eigentlich vom Leben will. Um das herauszufinden, muss man zuerst wissen, was einem gut tut. Das man dabei auch scheitert, zeigt uns Veras Geschichte. Aber das gehört dazu und am Ende findet man immer irgendwie seinen Weg. Auch wenn es ein bisschen länger dauert.

Seichte Unterhaltung für Zwischendurch, die sich gut lesen lässt und die ein oder andere Angst vor dem Alter nehmen kann. Wobei Alter ja relativ ist...

Dienstag, 4. Juli 2017

{Leseliste} Juli

Für den Juli habe ich versucht, mir nicht ganz so viel vorzunehmen, weil ich aktuell für meine Prüfungen lernen muss.


Mechthild Gläser - Die Buchspringer
Yrsa Sigurdardottir - Todesschiff
Lily Oliver - Die Tage, die ich dir verspreche
Jutta Maria Herrmann - Amnesia
Caragh O'Brien - Die Stadt der verschwundenen Kinder
Kerstin Ruhkieck - Forbidden Touch - Band 1

Einige der Bücher wurden mir empfohlen, deshalb sind sie jetzt endlich dran. Was habt ihr schon gelesen oder wollt es vielleicht noch?

Sonntag, 2. Juli 2017

{Gelesen} Juni

Nachdem die Uni mich so lange vom bloggen abgehalten hat, zeige ich euch heute, was ich im letzten Monat gelesen habe. Obwohl ich zwischendurch kaum Zeit hatte, ist das Ergebnis doch gar nicht so schlecht. Zum Vergleich wie immer meine Leseliste:


Mona Kasten - Feel again
Ashley Little - Niagara Motel
Franka Bloom - Anfang 40, Ende offen
Tara Sivec - Love me, Idiot!
Nika Lubitsch - Erpresst
Marcus Hünnebeck - Stumme Vergeltung
Stefanie Hasse - Book Elements 3

Es sind dann diese Bücher geworden:


Maya Shepherd - 50 Tage (Der Sommer meines Lebens)
Adriana Popescu - 5 Tage Liebe
Amy Baxter - Simply with you
Adriana Popescu - Ewig und eins
Marcus Hünnebeck - Stumme Vergeltung


Adriana Popescu - Ewig und eins
Dieses Buch hat mich sehr berührt und die Geschichte war fantastisch erzählt. Die Autorin hat einen wunderschönen Schreibstil und kann mich immer wieder mitreißen.


Marcus Hünnebeck - Stumme Vergeltung
Dieses Buch war leider langweilig und vorhersehbar. Ich konnte weder der Handlung noch den Protagonisten etwas abgewinnen.



Habt ihr schon eines dieser Bücher gelesen? Und wie hat es euch gefallen?

Montag, 19. Juni 2017

{Rezension} feel again

Diesmal fiel mir das Schreiben richtig schwer, was nicht unbedingt an dem Buch lag, sondern eher daran, dass ich momentan sehr viel zu tun habe und nicht mehr viele Kapazitäten frei sind. Da mir aber schon die ersten beiden Teile ("begin again" und "trust again") sehr gut gefallen haben, nun auch zum Abschluss der Trilogie noch ein paar Worte.










Sawyer beschränkt ihr Liebesleben auf OneNightStands. Eine Beziehung ist nichts für sie. Zu sehr fühlt sie sich durch ihre Kindheit zerstört, um sich jemandem anvertrauen zu können. Bis plötzlich der unscheinbare nerdige Isaac in ihr Leben tritt. Anfangs sieht sie in ihm nur ein Projekt; sie macht ihn zum Frauenschwarm und fotografiert die Veränderung für ihre Abschlussarbeit. Doch schon bald entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden, die Sawyers Entschluss zum Wanken bringt.







Es war schön, die Personen aus den früheren Büchern noch einmal zu treffen. Vor allem Dawn war sehr authentisch beschrieben, Allie dagegen war leider etwas blass. Kayden spielt hier wieder eine Rolle und gewinnt noch etwas mehr Profil. Auch Isaac lernen wir ja bereits in "trust again" kennen.
Die Charaktere waren sehr gut herausgearbeitet. Vor allem Sawyer ist unglaublich vielschichtig und man konnte sie wie einen echten Menschen nach und nach kennen lernen. Sie gewinnt im Gegensatz zu den ersten Büchern etliches an Liebenswürdigkeit hinzu. Ihre Vergangenheit wird nicht auf einen Schlag enthüllt, sondern stückweise in dem Maße, wie sie sich Isaac zu öffnen lernt. Dadurch wird ihr Trauma noch einmal greifbarer und besser verständlich. Auch der Konflikt mit ihrer Schwester Riley bezüglich deren Hochzeit macht noch einmal deutlich, was in Sawyers Innerem vorgeht und womit sie zu kämpfen hat.
Isaac lernt man durch Sawyers Augen kennen, was ihn unheimlich sympathisch macht, aber auch schonungslos seine Schwächen offenbart. Nicht immer konnte ich ihn verstehen, aber das hat sich gut in den Verlauf der Handlung eingefügt.
Die Geschichte ist voller Emotionen, die immer ausführlich geschildert werden. Dadurch habe ich beim Lesen ein ähnliches Gefühlschaos durchgemacht wie die Hauptpersonen. Hier zeigt sich einfach das Talent von Mona Kasten, Situationen aus dem Leben zu greifen und so plastisch wiederzugeben, dass fast jeder sich darin finden kann.
Eine liebende Familie wird hier als Ideal und Ziel aller Sehnsucht dargestellt, was besonders diejenigen treffen wird, die nicht schon von Kindesbeinen an damit gesegnet sind. Damit wird aber gleichzeitig der Wert von selbstgewählten zwischenmenschlichen Beziehungen heruntergesetzt. Ein solches Ideal aufzubauen, halte ich für problematisch, da es auch Sawyers bisheriges Leben als ungenügend darstellt und entgegen anderer Lebenskonzepte läuft.
Mir ist mehrmals aufgefallen, dass Sawyer das Objektiv ihrer Kamera abschraubt, bevor sie Fotos macht, und anschließend wieder drauf. Natürlich kann ich mir denken, dass hier lediglich die Schutzkappe vorne auf dem Objektiv gemeint ist, da alles andere das Fotografieren unmöglich machen würde. Allerdings soll Sawyer angehende Profi-Fotografin sein. In dem Fall halte ich es für absolut notwendig, dass die Autorin dieses Bild durch eine angemessene Begriffswahl unterstützt.
Ich denke, zur Konzeption der Handlung, dem Kitsch-Faktor und dem Schreibstil muss ich nicht mehr viel sagen. All das war hier wieder wunderbar. Genaueres könnt ihr den Rezensionen zu "begin again" und "trust again" entnehmen.








Ein schöner Abschluss einer guten Trilogie. Leider im Vergleich mit den anderen Bänden mit deutlichen Schwächen. Wer begonnen hat, sollte sich aber dennoch Sawyers Geschichte nicht entgehen lassen.

Dienstag, 13. Juni 2017

{Rezension} Hölle auf Erden








Mark Nelson wird hinzugerufen, als eine Frau mit merkwürdigen Narben im Gesicht auftaucht. Sie behauptet, gestorben und nun zurückgebracht worden zu sein. Tatsächlich sieht sie einer vor zwei Jahren verunglückten Frau erschreckend ähnlich.
Pünktlich zum Geburtstag seines ermordeten Sohnes erhält David Groves wieder eine Karte. Diesmal steht darauf: Ich weiß, wer es getan hat. Kurz darauf sterben mehrere Menschen unter mysteriösen Umständen.
Beide Detectives sind mit unerklärlichen Fällen konfrontiert, die sie direkt in die Hölle führen.







Der Anfang hat mich sofort gefesselt. Man erfährt direkt vom grausamen Tod von Groves Sohn, der im weiteren Verlauf eine bedeutende Rolle spielt. Vor diesem Hintergrund wird auch Groves selbst charakterisiert und sein Handeln verständlich. Er ist ein gebrochener Mann und das merkt man sehr deutlich.
Es geht spannend weiter, denn auch in Marks Gegenwart dauert es nicht lange, bis die Frau mit den Narben im Gesicht auftaucht. Charlie heißt sie und ist fest davon überzeugt, vor zwei Jahren gestorben zu sein. Mark führt etliche Gespräche mit ihr um langsam die Wahrheit herauszufinden. Was anfangs noch absurd schien, wird immer glaubhafter und ich konnte manchmal nicht schnell genug in diesen Handlungsstrang zurückkehren, um endlich zu erfahren, was dahinter steckt.
Beide Geschichten laufen zunächst parallel. Dazwischen werden auch immer wieder Episoden aus der Sicht anderer beteiligter Personen erzählt. So ist man gezwungen, sich beim Lesen zu konzentrieren, damit man der Handlung folgen kann. Ich hatte das Pech, zwischendurch eine Lesepause einlegen zu müssen, und habe danach nur schlecht wieder in die Geschichte gefunden. Je komplexer alles wurde, desto öfter habe ich die einzelnen Handlungsstränge vermischt, bis in meinem Kopf ein großes Chaos herrschte. Zusätzlich wird am Ende noch zwischen mehreren Zeitebenen unterschieden, die mir vorher beim Lesen gleichzeitig vorkamen.
Erst sehr spät kommt der Zusammenhang zwischen den Geschehnissen zustande. Dann wird auf wenigen Seiten aufgelöst, was vorher ein Mysterium war. Leider habe ich am Ende nicht mehr ganz durchgeblickt, sodass mir ein paar Details entgangen sind. Hier hätte ich mir mehr Raum für Erklärungen und eventuelle Wiederholungen gewünscht, damit das Durcheinander am Ende einen würdigen Abschluss bekommt und meine Fragen auch wirklich alle beantwortet werden.
Es wird eine Verbindung zu einem früheren Fall, dem 50/50-Killer, aufgebaut. Man muss das entsprechende Buch jedoch nicht gelesen haben. Alle wichtigen Ereignisse werden erzählt und auch die damals beteiligten Personen erneut eingeführt. Das bringt zusätzliche Spannung in die Geschichte, vor allem für diejenigen, die den "50/50-Killer" kennen. Leider wurde diese Verbindung am Ende nicht mehr mit bedacht, sodass sie in der Auflösung keine Rolle mehr spielt. Dafür laufen die anderen Fäden korrekt ineinander und auch wenn nicht alles restlos geklärt werden kann, weiß man als Leser am Ende doch, wie die Täter gearbeitet haben und was mit Groves Sohn und der Frau mit den Narben geschehen ist.
Es gibt mehrere Tote, deren Verletzungen in ihrer Brutalität genau beschrieben werden. Gleichzeitig ist so viel Luft da, dass ich mein Kopfkino kurzzeitig ausschalten konnte, wenn es mir zu viel wurde. Die Morde selbst werden nie beschrieben, was ich gut fand. Es geht hier mehr um die psychologischen Wirkungen von Zwang, Manipulation und Gewalt.








Ein spannender Thriller, der Angst vor der Dunkelheit macht. Gut geschrieben, aber so komplex, dass man ihn schnell lesen sollte.

Montag, 12. Juni 2017

{Leseliste} Juni

Wie schon angekündigt ist meine Leseliste nicht sehr spektakulär. Und aufgrund mehrerer Ereignisse viel zu spät, sodass ich schonmal ein bisschen was gelesen habe. Hauptsächlich sind es die nicht geschafften Bücher vom Mai. Also drückt mir die Daumen, dass ich diesmal erfolgreich bin!


Mona Kasten - Feel again
Ashley Little - Niagara Motel
Franka Bloom - Anfang 40, Ende offen
Tara Sivec - Love me, Idiot!
Nika Lubitsch - Erpresst
Marcus Hünnebeck - Stumme Vergeltung
Stefanie Hasse - Book Elements 3

Wenn ihr irgendwas davon empfehlen könnt, dann immer her damit! Ich könnte noch ein bisschen Motivation brauchen.

Samstag, 10. Juni 2017

{Sommerlesenacht} bei Cook Bake Book

Es gibt immer noch keine neue Leseliste. Aber das hole ich so bald wie möglich nach. Eigentlich sind es im Wesentlichen die Bücher aus dem letzten Monat, die ich nicht geschafft habe.
Heute Abend habe ich aber erstmal ein besonderes Highlight für euch. Es ist nämlich wieder Zeit für eine Lesenacht. Diesmal wird sie von Luise veranstaltet.


Um neun geht es los, bis dahin bleibt mir noch etwas Zeit zu überlegen, welches Buch ich beginnen möchte. Ich habe nämlich trotz Ferien in der letzten Woche nicht so viel gelesen, wie ich wollte. Stündlich wird sie dann eine Frage oder Aufgabe stellen, die ich natürlich hier beantworten werde. Seid dabei!


Ich habe mich für "Ewig und eins" von Adriana Popescu entschieden. Das Buch liegt bei mir seit Dezember, also noch gar nicht so lange. Ich hoffe aber, heute Abend den größten Teil davon zu schaffen.
Ich hab hier ein bisschen was zu futtern und werde es mir jetzt gleich in meinem Bett gemütlich machen.



Ella, die Hauptfigur, ist auf ihrem Abitreffen, wo sie auf Ben trifft, ihren Exfreund, und Jasper, ihren besten Freund. Beide hat sie seit 7 Jahren nicht gesprochen und der Abschied war wohl nicht so glücklich.
Ich denke, mir würde es auf meinem Abtreten ähnlich gehen wie Ella. Auch ich habe mich sehr verändert seitdem. Deshalb kann ich sie gerade gut verstehen und bin echt neugierig, wie sich der Abend für sie noch entwickelt.
Ihre Freunde wirken sehr sympathisch, aber da steht etwas zwischen ihnen, das die Stimmung trübt.
Natürlich darf auch die Klassenzicke nicht fehlen, die würde ich auch nicht wiedersehen wollen. Zum Glück verlassen die drei jetzt erstmal die Party.


Ich lese fast alle Genres, nur mit Historischem und Horror habe ich es nicht so. Zur Zeit lese ich oft unterschiedliches parallel.
Im Monat schaffe ich ungefähr acht Bücher. Könnte auch daran liegen, dass ich seit ich Leselisten mache, mir auch wieder mehr Zeit zum Lesen nehme.
Meinen SuB habe ich heute erst aktualisiert, darauf befinden sich über 170 Bücher. Das macht mir echt Angst.


"Kurz halte ich die Luft an, weil ich wissen will, was Ben so alles denkt, aber er spricht nicht weiter, sieht nur zu Jasper, der weiter stur auf die Straße sieht und mit den Schultern zuckt."

Ich bin eigentlich gerade ziemlich wach, kann auch daran liegen, dass ich gerade Ferien hatte und abends immer lange wach bleiben konnte. Und natürlich heute morgen ausgeschlafen habe.


Ich habe 210 Seiten gelesen und bin damit zufrieden. Jetzt werde ich allerdings schlafen gehen, so langsam schleicht sich dann doch die Müdigkeit ein. Ich hoffe aber, mein Buch morgen beenden zu können, es ist nämlich echt gut.

Mittwoch, 7. Juni 2017

{DM17} Quidditch-Fieber in Deutschland

Eigentlich wollte ich euch meine aktuelle Leseliste zeigen, aber ich bin immer noch so euphorisch von der Deutschen Meisterschaft, dass ich zuerst davon erzählen muss. Bitte verzeiht, wenn ich die englischen Begriffe nutze, da wir diese auch bei den Spielen nutzen.


Für alle, die bisher noch nichts von Quidditch gehört haben, hier eine kurze Übersicht der wichtigsten Regeln:
Die Chaser (weißes Headband) versuchen, Punkte zu erzielen, indem sie mit dem Quaffel (Volleyball) durch die Ringe der gegnerischen Mannschaft werfen. Der Keeper (grünes Headband) spielt ebenfalls mit dem Quaffel. Die Beater (schwarzes Headband) können die gegnerischen Spieler aufhalten, indem sie sie mit den Bludgern (Dodgebälle) abwerfen. Wer abgeworfen ist, muss zu seinen eigenen Ringen zurücklaufen. Der Snitch Runner kommt nach der 17. Minute aufs Feld, die Seeker noch eine Minute später. Das Spiel endet, wenn einer der Seeker den Snitch (Socke an der Hose des Snitch Runners) gefangen hat.
Jedes Tor gibt 10 Punkte, jeder Snitch Catch 30 Punkte. Es ist ein Vollkontaktsport, es dürfen sich jedoch immer nur diejenigen Spieler berühren, die mit dem gleichen Ball spielen.
Eine genaue Übersicht aller Regeln, sowie Bilder und Berichte bietet die Seite des Deutschen Quidditch Bundes.

Back to hoops!

Am vergangenen Wochenende fand die Deutsche Quidditchmeisterschaft in Jena statt. Natürlich war auch mein Team, die Black Forest Bowtruckles, am Start. Im Vorfeld wurden die 21 teilnehmenden Mannschaften in 6 Gruppen eingeteilt. Die Platzierung in der Gruppe sollte über die weiteren Spiele entscheiden.

Bowtruckles, are you ready? - YEAH!!!

Samstag, 3.6.
Das erste Spiel des Tages fand für uns gegen die Ruhr Phoenix aus Bochum statt. Dieses Team war ganz klar das stärkste Team in unserer Gruppe, wir haben hart gekämpft, aber mit 180* - 0 (das * steht für den Snitch Catch) verloren. Doch nun waren wir warm gespielt und wollten einen Sieg einfahren.
Es folgte das Spiel gegen die Braunschweiger Broomicorns, eine spannende Partie, die relativ ausgeglichen war. Durch den Catch konnten wir sie allerdings mit 50 - 60* für uns entscheiden.

Die 97 bin ich, die rosanen Spieler sind Broomicorns.

Jetzt blieben nur noch die Binger Beasts übrig. In diesem Spiel konnten wir durch taktische Überlegenheit mit 40 - 100* einen klaren Sieg holen. Damit waren wir Gruppenzweite.
Zwischendurch waren einzelne Spieler unserer Mannschaft immer wieder als Referee oder Volunteer bei Spielen anderer Teams eingeteilt. Ich selbst durfte Time- und Scorekeeper machen. Dadurch war man zwar sehr beschäftigt, konnte aber auch neue Leute kennen lernen und interessante Spiele sehen.

Das Gelbe ist der Snitch Runner.

Für jede Platzierung wurden nun zwei neue Gruppen gebildet, wir mussten nun also gegen zwei andere zweitplatzierte Mannschaften antreten. Leider hat uns an der Stelle das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es zog ein heftiges Gewitter auf, weswegen wir aus Sicherheitsgründen nicht weiterspielen durften. Die restlichen Spiele des Tages wurden abgesagt. Der Spielplan musste nun umgeworfen und neu geschrieben werden, damit man am nächsten Tag auf drei statt acht Pitches (wir mussten wegen des Wetters auf Kunstrasen umziehen) weiterspielen konnte. Bis zum nächsten Morgen war ungewiss, was uns erwarten würde, aber ein Platz in den Top10 schien noch in Reichweite.

Sonntag, 4.6.
Noch früher als am Samstag sollten die ersten Spiele beginnen, damit man auch alles bei Tageslicht schaffen würde. Unser erster Gegner waren die Berlin Bluecaps. Obwohl man es ihnen nicht sofort ansieht, ist diese Mannschaft vor allem taktisch sehr gut aufgestellt und so konnten sie uns auch mit 100* - 40 besiegen.
Danach mussten wir gegen unsere Kabinenfreunde von den Looping Lux Leipzig antreten. Diese zeichneten sich vor allem durch ein starkes körperliches Spiel aus, sodass es nicht ohne Verletzungen abging. Auch hier mussten wir uns mit 120* - 20 geschlagen geben.

Die Weißen sind die Binger Beasts.

Nun waren wir also in Dritte in der zweiten Gruppenphase. Damit blieb uns noch das Spiel um den 11. Platz, das wir gegen den Dritten der anderen Zweitplatziertengruppe ausfechten würden. Wundersamerweise trafen wir hier auf die Jena Jobberknolls, mit deren Spielern ich mich besonders verbunden fühle. Wir waren beide ungefähr gleich stark, sodass alle bis zuletzt zittern mussten. Doch ein weiterer Catch brachte uns den erhofften Sieg mit 50 - 70*.
Jetzt hatten wir Feierabend und konnten in aller Ruhe noch die Spiele um die ersten Plätze ansehen. Sowohl das Spiel um Platz drei als auch das Finale war wirklich spannend. Schlussendlich sind die Three River Dragons Passau neue Deutsche Meister geworden. Herzlichen Glückwunsch!


Das ganze Turnier hat unheimlich viel Spaß gemacht. Die Quidditch Community ist einfach unschlagbar! Wir haben sehr gut gespielt und auch wenn wir nicht immer gewonnen haben, waren es durchweg faire und schöne Spiele. Wir konnten den 11. Platz erreichen und sind damit vollauf zufrieden.

Samstag, 3. Juni 2017

{Gelesen} Mai

Diesen Monat habe ich echt wenig gelesen, also für mein Empfinden. Ich habe tatsächlich schon zwischendurch gemerkt, dass das wohl nichts mehr wird, was auch daran lag, dass meine Wochenenden reichlich gefüllt waren. Im Juni wünsche ich mir wieder mehr Zeit zum lesen, immerhin sind dann auch die Pfingstferien.

Diesen ganzen Stapel hatte ich mir vorgenommen:


Carrie Price - New York Diaries - Sarah
Franka Bloom - Anfang 40, Ende offen
Tara Sivec - Kiss me, Stupid! / Maybe, Baby! / Love me, Idiot!
Steve Mosby - Hölle auf Erden
Nika Lubitsch - Erpresst
Marcus Hünnebeck - Stumme Vergeltung
Stefanie Hasse - Book Elements 3
Robinson Wells - Guides
Kat Reid - Dark Wings

Und diese Bücher habe ich geschafft:


Carrie Price - New York Diaries - Sarah
Tara Sivec - Kiss me, Stupid! / Maybe, Baby!
Sina Müller - Lena in love - Band 1&2

Außerdem lese ich zur Zeit noch "Hölle auf Erden" von Steve Mosby. Damit werde ich sicher auch demnächst fertig.

Es gab diesen Monat kein Buch, dass ich nicht mochte. Deshalb gibt es diesmal keinen Flop, also kein Buch, das ich nicht empfehlen kann. Trotzdem sticht eines besonders positiv heraus:


Carrie Price - New York Diaries - Sarah
In diesem Buch war so viel Leidenschaft spürbar, in erster Linie für die Musik, aber auch für alle Menschen, mit denen Sarah in Kontakt kommt. Es war unglaublich schön, die Welt durch ihre Augen zu sehen.